Herbstliche Derborence

25. - 27. Oktober 2013
mit Fredu Hirsig
Bild: Fredu Hirsig
Bericht
NATURFOTOGRAFEN SCHWEIZ - Anlass "Herbstliche Derobrence"
Kurzbericht von Paul Hui
 
Goldener Herbst auf Derborence, 25. - 27. Oktober 2013
 

Ein Roman des bedeutenden Waadtländer Schriftstellers C.F. Ramuz spielt auf Derborence und den Ereignissen des tragischen Unglücks von 1714. Damals lösten sich gewaltige Felsmassen an der Südflanke der Diablerets und stürzten tosend zu Tal, verwüsteten eine blühende Alp, zerstörten zahlreiche Alphütten und begruben Mensch und Tier. Hausgrosse Felstrümmer versperrten fortan dem Derbonne-Bach den freien Abfluss und schufen den jüngsten natürlichen Bergsee Europas. 

Heute, 300 Jahre später, hat sich die Natur das Gebiet zurück erobert und eine herrliche Naturlandschaft entstehen lassen, ein Sinnbild für den Überlebenswillen der Natur. Zwischen den Felsen entwickelte sich eine eindrückliche Baumlandschaft mit Lärchen und Birken. Baumriesen liegen vermodernd am Boden. An ihnen wachsen, Pilze, Flechten und Moose, überragt von Farnen. 

Goldene Lärchen stehen zwischen dunkeln Fichten und Föhren wie Fackeln im schrägen Abendlicht. Äusserst fotogene Spiegelungen der Lärchen im ruhigen Wasser des kleinen Sees erinnern an Monets impressionistische Landschaften. Gelbe Bergahornblätter liegen auf dunkeln Felsen und zwischen Treibholz und Felsen vibrieren orange Lichtflecken. Braune Porlinge kontrastieren mit dem hellen Grau der Birkenrinde; die Liste liesse sich beliebig weiterführen. Motive über Motive, ein Traum für Naturfotografen! 

An diesen wunderschönen Ort hatte Fredu Hirsig eingeladen. Es stimmte ganz einfach alles. Von der tadellosen Organisation über die freundliche Unterkunft bis zum Wetter. Am Samstag ein strahlender, warmer Spätherbsttag. Dann ganz anders am Sonntagmorgen. Manch einer mag über den dunkel verhangenen Himmel und gelegentliche kleinen Regenschauer zunächst enttäuscht gewesen sein, die im Gegensatz zum Vortag der Landschaft eine düstere, kühl abweisende Stimmung verliehen. Etwas Unheimliches, ja Mystisches verstärkte das tragische Ereignis aus der ersten Hälfte des 18.Jh., aber ideal, um in der kleinräumigen Trümmerlandschaft zu fotografieren. 

Fredu, ein ganz herzliches Dankeschön für ein prächtiges Wochenende, das noch lange in Erinnerung bleiben wird! 

Paul Hui

Bildeindrücke