Goldener Herbst im Oberengadin

17.-19. Oktober
mit Anna-Barbara Utelli

Bild: Thomas Siegenthaler
Bericht

GOLDENER HERBST IM OBERENGADIN
Event der Naturfotografen Schweiz vom 17.-19. Oktober 2014 

mit Anna-Barbara Utelli 

Am Freitag Nachmittag treffen alle Teilnehmer pünktlich am Hotel Morteratsch im Oberengadin ein. Wir werden von einem traumhaften Wetter mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen empfangen. Nachdem wir unsere Gepäckstücke auf den  Zimmern deponiert haben, treffen wir uns zu einer kurzen Begrüssungsrunde und einer kühlen Erfrischung auf der Hotelterrasse. So geht es dann auch gleich schon los zum ersten gemeinsamen Fotografieren ins nahe gelegene Val Morteratsch. Mit schwerem Foto-Gepäck auf dem Rücken und Stativ in der Hand erreichen wir nach einigen Gehminuten bereits den Ova de Morteratsch, ein Flusslauf, welcher sich aus dem gleichnamigen Morteratschgletscher bildet. Einige nehmen sogar den 50minütigen bergauf führenden Weg bis zum Fusse des Gletschers in Kauf, um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen. Leider wird der Fussmarsch nicht durch Gletscherfotos belohnt, da auch hier die Klimaerwärmung ihre Spuren hinterlassen hat und sich mehr Geröllmassen als eine fotogene, eisblaue Gletscherzunge vorfinden.

Die restlichen Teilnehmer positionieren sich am Ufer des Ova de Morteratsch und lassen sich von der mit goldgelb gefärbten Lärchen bestückten Landschaft und dem wildromantischen Flusslauf für ihre Bildkompositionen inspirieren. Bald schon taucht die Landschaft in ein warmes Abendlicht ein, welches die Farbenpracht der Lärchen  noch mehr hervorhebt. Am Horizont sind die schneebedeckten Berge der Berninagruppe, der Piz Bernina (4048,6 m ü.M.), die Crast‘ Agüzza (3854 m ü.M.), der Piz Argient (3851 m ü.M.), der Piz Zupò (3996 m ü.M.) und die Bellavista (3892 m ü.M. ) zu sehen. Nachdem die letzten Sonnenstrahlen aus dem Tal verschwunden sind, bietet sich ein anderes imposantes Naturschauspiel. Die Bergspitzen der Berninagruppe glühen förmlich im Abendrot. Nachdem wir auch dieses wunderschöne Licht eingefangen haben, machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel, wo wir uns zum gemeinsamen Abendessen treffen und in gemütlicher Runde ein leckeres Menü geniessen.

Am nächsten Tag geht es schon recht früh los, um den Sonnenaufgang am Piz Bernina zu erleben und auf der Speicherkarte festzuhalten. Noch im Dunkeln und mit Taschen- und Stirnlampe ausgerüstet, verlassen wir unser warmes Hotelzimmer und brechen auf in die kalte Morgenstunde. Wir suchen uns wieder eine geeignete Position am Ufer des nahegelegenen Flusses. Und schon bald begrüsst uns die blaue Stunde mit einem klaren Sternenhimmel. Wir fangen die ersten Sonnenstrahlen ein, die die Bergspitzen in rötlichem Licht erscheinen lassen. Die Kälte macht sich jetzt doch bemerkbar, wir kehren zurück ins Hotel und freuen uns auf ein ausgiebiges Frühstück mit wärmendem Kaffee und Tee. Frisch gestärkt geht es zum nächsten Highlight, dem Ova de Bernina. Hier bieten sich eingebettet in einen wunderschönen Arven- und Lärchenwald tolle Wasserfälle zum Fotografieren. Einige nutzen die zahlreichen Motive im Wald für Makroaufnahmen.

Nach einer kurzen Erholungspause starten wir am Nachmittag mit den Autos zur Standseilbahn in Punt Muragl. Von dort aus geht es hoch auf den Berg Muottas Muragl. Kaum oben angekommen, kribbelt es auch schon gleich wieder in den Auslösefingern und die Stative werden sofort aufgebaut. Bei einer sehr reizvollen Aussicht auf das Oberengadin mit der Engadiner Seenplatte gönnen sich einige Teilnehmer einen Cappuccino in der wärmenden Sonne. Bald darauf setzt auch schon das Abendlicht ein und bietet uns eine ganz spezielle Lichtstimmung insbesondere am Ende der Seenplatte.

Auch an diesem Tag hat uns das Wetter nicht im Stich gelassen. All die wundervollen Motive, die uns begegnet sind, konnten im schönsten Licht eingefangen werden. Zufrieden kehren wir wieder in unser Hotel zurück, wo uns auch heute ein schmackhaftes Abendmenü serviert wird

Dann bricht auch schon der letzte Tag des Fotoevents an, heute müssen wir aber nicht ganz so früh raus. Die Koffer sind bereits gepackt, die Autos startklar und wir fahren nach dem Frühstück zusammen zur ca. 20 km entfernten Halbinsel Chastè bei Sils am Silsersee. Als wir ankommen ist der Silsersee von einer dicken Nebelschwade bedeckt, die langsam anfängt sich aufzulösen. Dieses Motiv mit den umliegenden Bergketten, den goldgelben Lärchenwäldern und dem tiefblauen See im warmen Morgenlicht drängt sich für die ambitionierten Naturfotografen förmlich auf. Rund um die Halbinsel bieten sich weitere tolle Fotomotive an. Zum Abschluss treffen wir uns alle an einer Picknickstelle, wo wir uns über das mitgebrachte Lunchpaket hermachen, die nette Gesellschaft unter den Naturfotografen geniessen und Abschied von diesem wundervollen Fotoevent nehmen. Danach begibt sich jeder auf seine eigene Heimreise, mit vielen schönen Erinnerungen und gelungenen Fotos im Gepäck.

Vielen Dank Anna-Barbara für die tolle Organisation, die mit Sorgfalt ausgesuchten Fotolocations, Deine Ruhe und Geduld für die Fotobande und natürlich Deine besondere Verbindung zum Wettergott. Ich persönlich werde noch lange von diesem Event zehren und viel Freude an den mitgebrachten Fotos haben.

Christine Sersch

Bildeindrücke