Herbstliche Moorlandschaft

29. September 2012

Bild: Edith Gaschen
Bericht

Ein knappes Dutzend Naturfotografen und -Fotografinnen liessen sich vom feucht-kühlen Wetter nicht entmutigen und stattdessen von Gebhard Müller zum „Arbeitsort“ lotsen. Für die „Herbstliche Moorlandschaft“ hatte er ein kleines Moorgebiet in einem Juratälchen ausgewählt, wo sich Fuchs und Hase Gute-Nacht sagen. Erstere waren sogar noch am Morgen unterwegs!

La Saigne besteht aus einem Flachmoor mit Verlandungsgürtel, einem winzigen Moorsee, einem ebenso kleinen, aber wunderschönen Hochmoor und einem See mit Naturdamm. Regentropfen zeichneten feine Kringel auf das Wasser, der Himmel grau und verhangen, für Nahaufnahmen aller Art geradezu ideale Bedingungen. Nie sind Farben leuchtender und Intensiver.

Ein Moor hat immer etwas Düsteres, Mystisches, ja Verwunschenes und trotzdem Anziehendes an sich. Auf kleinstem Raum sind die verschiedensten Habitate netzartig miteinander verwoben und bieten dem Naturfotografen eine Fülle von Motiven: schlanke Birken, knorrige Föhren, Flechten, Laub- und Torfmoose, Zwergsträucher, Pilze und jede Menge Totholz. Jeder und jede konnte das aussuchen, was ihn oder sie am meisten ansprach. So verging trotz leichtem, gelegentlichem Regen der Vormittag im Nu.

Inzwischen hatte Fredu Hirsig eine veritable Feldküche aufgebaut. Die dampfend heisse Suppe war nach dem kühlen Morgen hoch willkommen, nicht minder Kaffee und Kuchen. Unter der aufgespannten Blache wurde rege diskutiert. Rund die Hälfte trat anschliessend den Heimweg an, während der harte Kern sich nochmals an die „Arbeit“ machte. Es wäre wirklich schade gewesen die prächtige Gruppe Fliegenpilze, sowie ein paar weitere Arten, auszulassen. Der Regen war mittlerweile ein wenig intensiver geworden; die grossen, alten Fichten hielten aber einen Teil des Himmelsnass ab.

Und die Erkenntnis? Erstens braucht‘s zum Fotografieren Licht, aber nicht unbedingt eitel Sonnenschein und zweitens ist es jammerschade, die Kamera bei Regenwetter im Schrank zu belassen! Ein grosses Dankeschön an Gebhard Müller, der uns ein herrliches Fleckchen Natur näher brachte und nicht weniger an Fredu Hirsig für die „Infrastruktur“, die den Aufenthalt im Freien trotz Regen recht angenehm gestaltete.

Paul A. Hui

Bilder