Hundszahnlilien und andere Frühlingsboten

 

Bericht

Der Februar war aussergewöhnlich sonnig und warm, sodass sich die Frühblüher eher als üblich ans Tageslicht wagten, was zur Folge hatte, dass der Event um zwei Wochen vorverlegt werden musste. Wegen der kurzfristigen Änderung waren einige gezwungen abzusagen, wir waren deshalb nur eine kleine Gruppe von 5 Interessenten.

Für die aus dem Norden der Schweiz angereisten reichte es, um kurz nach 10 Uhr in Stabio anzukommen. Werner Koller durfte die kleine Gruppe am Bahnhof Stabio willkommen heissen. Nach 3 Stunden Zugfahrt geht’s noch ein kleines Stück mit dem Bus. Das Hauptaugenmerk gilt natürlich der Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis), die in der Schweiz nur an wenigen Stellen vorkommt (Tessin, Genferzipfel und Neuenburger Jura). Leicht ansteigend erreichen wir bei schönstem Sonnenschein die obersten Häuser von Monticello und damit den Wald.
Ungewöhnlich sind die Palmen im Laubwald. Bereits finden sich auch schon die ersten Hundszahnlilien in allen Blühstadien. Viele von ihnen haben zwar den Zenith überschritten, daran erkenntlich, dass alle Kronblätter steil nach oben weisen. Daneben haben eine Vielzahl der häufigen Frühjahrsarten ihre Blüten geöffnet, wie Buschwindröschen, Gelbes Windröschen, Schaftlose Primel (P.acaulis), Leberblume, Nieswurz, Zweiblättriger Blaustern. Und natürlich haben die Bienen den willkommenen Nektar längst entdeckt. Im lichten, noch kahlen Kastanienwald fallen die prächtigen, grossen Stechpalmenbüsche mit den dunkelgrünen, ledrigen Blättern auf, besonders da sie noch reichlich leuchtend rote Beeren tragen. Hier im Kastanienhain bilden die Hundszahnlilien ein zwar lockeres, aber bestandesbildendes Vorkommen. Dazwischen liegen zuhauf die letztjährigen, meist leeren Hüllen der Kastanien, wehrhafte, stachlige Dinger! Wir arbeiten uns langsam den Hang hinauf zu den Monti Astori, hart an der italienischen Grenze, nur unterbrochen durch einen ausgedehnten Lunchhalt.
Mit reichlich gefüllten Chipkarten geht’s nach 2½ Stunden intensivem Fotografieren an den Abstieg erst durch die Rebberge der bekannten Merlottrauben und schliesslich quer durch Stabio zum Bahnhof. Eine lange Bahnfahrt bringt zufriedene Naturfotografen nach einem wunderschönen Fototag zurück in den regnerischen, stürmischen Norden.

Die Südecke der Schweiz hat botanisch so viel zu bieten!
Dem Organisator Werner Koller sei für den tollen Tag herzlich gedankt.

Paul A. Hui

Bilder