Sibirische Iris im Eriskircher Ried

 

Bild: Roland Zahnd
Bericht

Sibirische Iris im Eriskircher Ried
28. Mai 2016 mit Paul A. Hui

In der vergangenen Nacht fiel in der Bodenseegegend heftiger Regen. Nicht verwunderlich, dass daher am Morgen während der Überfahrt noch dunkle Wolken über dem Schwäbischen Meer hingen. Es brauchte somit eine gehörige Portion Optimismus, um an erfolgreiche Naturfotografie zu denken! Aber wer wagt, gewinnt.

Schon nach kurzer Zeit drang die Sonne schwach durchs Gewölk und verhiess optimale Lichtbedingungen. Einzig der Wind war anfänglich ein Spielverderber, liess er doch die auf langen Stengeln sitzenden blauen Irisblüten hin und her schwanken. In den Pfeifengraswiesen breitete sich ein Meer von blauen Blüten aus, ein Anblick, der heute selten geworden ist. Die Iris Sibirica ist eine stark bedrohte Art. Neben der Sibirischen Schwertlilie fand sich die viel häufigere und nicht gefährdete Gelbe Schwertlilie. Nicht so einfach, die beiden im gleichen Bild zu haben! Daneben bringen Beinwell, Kuckucks-Lichtnelke und Fleischrote Fingerwurz Farbe ins frische Grün.

Zahlreiche Vogelarten lassen sich hören oder beobachten: Pirol, Kuckuck, Grün- und Buntspecht, Zwergtaucher, Lachmöwe, verschiedene Meisen, Buchfink, Amsel, Singdrossel, Stock- und Kolbenente, Blässhuhn, ein Flug von 8 Höckerschwänen und je ein kreisender Schwarzmilan und vorbeifliegender Kormoran.

Imposant sind die für den Auenwald so typischen, mächtigen Schwarzpappeln und Silberweiden, auf letzteren wachsen auffallend viele und grosse Mistelgruppen. Hübsch und fotogen sind die grossen Blütendolden des Gewöhnlichen Schneeballs. Am Faulbaum sind die Räupchen des Zitronenfalters geschlüpft und bewegen sich geschickt in den Gespinsten.

Nach gut drei Stunden intensivem Beobachten und Fotografieren trifft man sich wieder am Parkplatz, gleichzeitig mit den ersten Regentropfen! Nach der Verpflegung im Strandbad Restaurant geht’s zurück nach Friedrichshafen und wieder heimwärts mit der Fähre. Schade, dass sich nur 6 Teilnehmer zur Teilnahme entschliessen konnten. Vielleicht ist der Bodensee halt doch für viele etwas weit entfernt. Aber wer dabei war, hat es sicher nicht bereut und ist mit schöner Ausbeute belohnt worden.

Paul A. Hui 

Bilder