Krokusse am Rämisgummen

12. April 2014
mit Daniel Fuchs
Bild: Kurt Bettler
Bericht
NATURFOTOGRAFEN SCHWEIZ - Anlass "Krokusse am Rämisgummen"
Kurzbericht von Erwin Rüegg
 
Krokusse am Rämisgummen, 12. April 2014
 

„7:45 Uhr: Treffpunkt Bahnhof Trubschachen“ lautete die Ansage für meinen ersten Event mit den Naturfotografen Schweiz. Die schon wartenden Fotografen konnte ich an ihrem fokussierten Blick und den gewichtigen Rucksäcken unschwer erkennen. 12 kurze Händedrücke und gemurmelter Namen später verteilten wir uns auf die notwendigen Autos und kurvten auf schmaler Strasse zum Parkplatz am vorderen Rämisgummen hoch. Schon beim Leeren des Kofferraums und beim Schuhwechsel erwarteten uns am Strassenbord die ersten Objekte unserer Begierde: violette und weisse Krokusse – hier noch nicht zuhauf, aber prächtig fotografierwürdig.

Wohltuend kurz und knapp auf den Punkt gebracht war die Einführung von Daniel Fuchs in „Location, Land und Leute“; dann ein kurzer Spaziergang von einer knappen halben Stunde. Bereits nach der ersten Hügelkuppe wurde am Gegenhang ein weiss-bläulicher Schimmer von Millionen von Blüten sichtbar. Am Waldrand noch fleckiger Schnee. Es bot sich ein grossartiger Rundumblick auf Schrattenfluh, Berner Alpen und Jura.

Der Rämisgummen ist eine im Sommer bestossene (honni soit qui mal y pense) Alp zwischen Marbach (LU), Eggiwil und Trubschachen (BE) auf 1200 – 1300m, die bis zum Beginn der 80er Jahre Madame Louise Elisabeth de Meuron - von Tscharner gehörte (die Berner Patrizierin mit der Frage: „Syt dr öpper oder nämet dr Lohn?“ Manche Berner zitieren auch gerne “... oder schaffit dr?).

Die angeschleppten Gerätschaften wurden ausgepackt, zusammengesteckt, verschraubt und in Stellung gebracht. Tiefgebeugt, kniend, liegend und in anderen komischen Verrenkungen verteilten wir uns über die Blüten-„Felder“ und näherten uns den ersten Aufnahmen – immer mit dem Versuch, die zarten Blümchen nicht zu zertreten. Leider gelang dies wegen der immensen Dichte nicht immer zu 100%.

Für die grossartigen, immer wieder überraschend neuen Gruppierungen sind Mäuse verantwortlich. Die kleinen Nager betreiben Vorratshaltung. Dazu sammeln sie die Zwiebelchen der Pflanzen in Depots, wo sie häufig vergessen gehen. Schlecht für die Mäuse – gut für uns.

Die Zeit verging wie im Fluge – oder besser noch: im Kriechen. Nach dieser ersten „Session“ ging es um Zehn zum Znüni, ein reichhaltiges spätes Frühstück mit Kaffee und Tee, herrlicher Züpfe, feinem und schmackhaften Käse aus der Region sowie nach der klassischen Zwiebelschale/Kaffeesatz/Kräuter-Methode selbst gefärbten Vor-Oster-Eiern (einen ganz besonderen Dank an Renate ).

So gestärkt ging es dann zum zweiten Shooting, für das sich auch die Sonne noch schüchtern hinter den Wolken hervorwagte, – eine gute Gelegenheit für den Klassiker „Krokusse im Gegenlicht“. Die gute Mischung aus alten Makro-„Hasen“ und blutigen Anfängern (wie ich) kehrte kurz nach Eins im Bergrestaurant Erika auf der Geisshaldenalp ein. Beim feinem Mittagessen wurden alte und neue Geschichten ausgetauscht und auch manch fototechnischer Tipp.

Leider wars das schon mit der von Daniel Fuchs umsichtig und hervorragend organisierten Exkursion; Daniel hat sich auch als exzellenter Wetterfrosch bewiesen: bedeckter Himmel und bloss 3 Regentropfen ganz zu Beginn auf dem Parkplatz. Meine persönliche Bilanz bei der Verabschiedung um halb vier am Bahnhof Trubschachen: ich bin dann wieder mal dabei.

 

Erwin Rüegg

Bildeindrücke