La Petite Camargue Alsacienne

09. Mai

Bericht

Am frühen Morgen des 9. Mai traf sich ein kleines Grüppchen von 10 Personen ennet des Rheines auf französischem Gebiet bei Village-Neuf, um in den Folgestunden unter der Führung von Reini Huber das bekannte Naturschutzgebiet der Petite Camargue Alsacienne zu erkunden. Dieses wurde 1982 als erstes Naturschutzgebiet im Elsass überhaupt ausgewiesen, und umfasst ein Gebiet von 902 Hektaren, welche unter Naturschutz stehen. Ein kurzer Blick auf die Artenliste lässt dabei erahnen, welche Artenvielfalt in diesem Naturjuwel angetroffen werden kann. 16 Amphibienarten, 20 Fischarten, 30 Säugetierarten und 174 nachgewiesene Vogelarten – die Liste liesse sich noch beliebig fortführen oder ergänzen. Einen besonderen Ruf geniesst das Gebiet deshalb auch, weil es eine grössere Population an Nachtigallen beherbergt. Gute Voraussetzungen also für viele interessante Sichtungen.

Nach einer kurzen Einführung teilte sich  die Gruppe in zwei kleinere Grüppchen auf, welche in der Folge ihre Beobachtungshütten aufsuchten. Omnipräsent auf dem Weg dorthin war der stete melodiöse Gesang der Nachtigallen, aber auch anderer Vögel, welche an diesem bewölkten, eher kühlen Morgen ihre Präsenz gesanglich markierten. An den jeweiligen Standorten wurde dann das fotografische Equipment ausgepackt und in Stellung gebracht. In der Folge hiess es dann Warten - und trotzdem jederzeit bereit sein für Unerwartetes, wie es die Tier- und Vogelfotografie fordert. Unter den ersten Sichtungen waren vor allem häufigere Vögel, wie Höckerschwan, Graureiher, Amsel, Blau- und Kohlmeisen, aber auch Fasane zeigten sich. Rehe liessen sich durch die kleine Besucherschar ebenfalls nicht stören und verspeisten ihr Morgenessen in aller Ruhe weiter. Nach einigen Stunden wurde der Standort gewechselt, und eine andere der vielen Besuchshütten aufgesucht. Diese ermöglichte den Blick auf Arten wie Seidenreiher, Zwergtaucher, Buntspecht, Schwarzmilan und Teichhuhn – nur um einige zu nennen.

In der Mittagspause genossen wir dann den ausgezeichneten Cateringservice, welcher von Reini und Anne organisiert wurde, und bestens mundete. Am Nachmittag erfolgte dann die Verschiebung zu weiteren Beobachtungshütten – im ganzen Gebiet stehen mehr als 20 Hütten zur Verfügung, die einen guten Blick auf die verschiedenen Gebiete, welche sich nicht nur in ihrem Habitat unterscheiden, sondern es auch erlauben, das Licht den ganzen Tag optimal auszunützen. Reini liess uns dabei immer wieder an seinem enormen Wissen teilhaben – kennt er doch das Gebiet wie seine eigene Westentasche. Dafür, wie auch für die reibungslose Organisation des Events, gebührt ihm ein grosses Dankeschön. 

Silvan Widler

Bildeindrücke