Pilzexkursion und -fotografie

 

Bericht

Bericht zur Pilzexkursion vom 6. Oktober 2018 Treffpunkt der Exkursion war Goldern-Hasliberg, weil eine Frostnacht im Glaubenberg-Gebiet die Attraktivität dieser Region minderte. Am Samstag wurden also 7 Naturfotografen bei trockener Witterung von einem gut gelaunten Guido Bieri, einem der wenigen Mykologen der Schweiz, an seinem Wohnort begrüsst.

Nach einer theoretischen Einführung in das Thema Pilze und ihre Unterscheidungsmerkmale starteten wir beim Camping zu unserem Rundgang durch einen Wald mit viel Totholz auf moosreichem Gelände. Auch unterwegs wurden wir über die faszinierende Welt der Pilze aufgeklärt und lernten erstaunliche Dinge zum Thema, aufgelockert von historischen und amüsanten Beispielen. Als Pilzneuling hatte ich z.B. keine Ahnung davon, dass Pilze ein eigenständiges Reich bilden (Fungi) – parallel zum Reich der Tiere und dem Reich der Pflanzen – und nicht wie früher geglaubt zu den Pflanzen gehören. Mit diesen leben sie jedoch in Symbiose über die Pilzfäden, welche grossflächige komplexe Netzwerke bilden, unterirdisch oder z.B. unter der Baumrinde. Der Teil des Pilzes, den wir überirdisch sehen, ist eigentlich nur der Fruchtkörper.

Guido liess uns an seinem grossen Wissen teilhaben und zeigte uns die Bestimmungsmerkmale von Pilzen, die wir zuvor in den Exkursions-Unterlagen gesehen hatten, nun im Wald an vorhandenen Pilz-Exemplaren. Wir konnten mit Sehen, Fühlen und Riechen mehr über die Arten erfahren. Gesprochen wurde auch über den Nutzen der Pilze und die Unterscheidung von Speise- und Giftpilzen für uns Menschen. In der Schweiz gibt es gemäss der Datenbank von SwissFungi 9'000 verschiedene Pilzarten, die effektive Anzahl wird allerdings viel höher eingeschätzt. Die grosse Menge an Farben, Formen und Gerüchen bei den Pilzen ist faszinierend und wir durften einen Teil davon im Wald sehen. Bald hatten wir das Gefühl, überall von den unterschiedlichsten Arten umgeben zu sein und natürlich wollten wir Fotografen auch Bilder diverser Pilze machen, wozu wir vor dem Picknick noch Zeit hatten. Schnell waren alle ausgeschwärmt und damit beschäftigt, interessante Exemplare abzulichten.

Für die Mittagspause begaben wir uns zu den oberen Felshängen. Auch dort vermittelte uns der Mykologe Wissen anhand von inzwischen gesammelten Exemplaren. Gestaunt habe ich auch über die Namen der Pilze wie z.B. „Gemeines Krüppelfüsschen“, „Amethystfarbiger Lacktrichterling“ oder „ Beringter Schleimrübling“. Danach hatten wir noch mehr als eine Stunde Zeit, um schöne Pilzszenen fotografisch einzufangen. Dies wurde rege genutzt und es hätte natürlich noch viel mehr zu bestaunen und zu fotografieren gegeben.

Anschliessend traten wir den Rückweg auf einem kleinen Pfad über Stock und Stein ein. Der Weg führte uns zu Guidos Wohnort, wo wir das Glück hatten, zu einem Apéro mit Getränk und Hasliberger Hobelkäse eingeladen zu werden. Hier konnten wir den Anlass gemütlich ausklingen lassen und uns über allerlei Themen unterhalten.

Ich möchte an dieser Stelle Gody Schai für die Organisation des interessanten Anlasses danken und Guido Bieri für die fachkundige Einführung in die Welt der Pilze und die sympathische Führung durch „seinen“ Wald. Es hat mir Spass gemacht und ich werde in Zukunft den Wald anders wahrnehmen!

Patricia Schuppisser

Bilder