Rundflug mit der JU52

30. September

Bericht

DIE NATURFOTOGRAFEN GEHEN IN DIE LUFT

Die Wettervorhersage von Meto Schweiz für den Freitagabend hörte sich gut an. Hochdruckeinfluss im Mittelland, leichter Föhn in den Bergen. In der Gartenwirtschaft des Airforce Centers in Dübendorf trudelten die Naturfotografen langsam ein. Bei herrlichem Sonnenschein und einem kühlen Getränk konnten wir uns auf den bevorstehenden Flug einstimmen.

In der Eingangshalle nahm uns kurz nach 17:45 Uhr Susanne Venditti in Empfang. Unkompliziert und ohne irgendwelche lästigen Kontrollen führte sie uns auf das Flugfeld. Da stand auch schon die weisse JU52 mit der Immatrikulationsnummer HB-HOS. Bereit für unseren Sonnenuntergangs-Rundflug! Da im Flugzeug nur Fenstersitzplätze vorhanden sind, konnte jeder einen solchen exklusiven Platz erhaschen. Spätestens jetzt merkten alle, warum Susi in der Einladung empfohlen hatte, nur die kleine Ausrüstung mitzunehmen, denn Platz war nicht wirklich viel vorhanden. Die Türe wurde geschlossen und nach einer kurzen Sicherheitsinstruktion konnte es losgehen. Vorbei war es jetzt mit der Ruhe. Die drei 9-Zylinder-Sternmotoren von BMW wurden gestartet. Jedem Passagier, der ein bisschen Benzin im Blut hat, wurde es warm ums Herz. Diese Technik mit Baujahr 1939 konnte man buchstäblich riechen und in allen Gliedern spüren.

Nach einem kurzen Motorencheck startete das Flugzeug Richtung Süden. Durch den Vortrieb der drei BMW-Sternmotoren mit je 625 PS hob die alte Tante sanft in den blauen Abendhimmel ab. Die beiden Piloten steuerten das Flugzeug, das mit einer Reisegeschwindigkeit von ca. 180 km/h unterwegs war, nun Richtung Süden. Als sich auf der rechten Seite eine zweite JU52 zu uns gesellte, kam bei den Fotografen Hektik auf. Jeder wollte eine schöne Aufnahme dieser nicht alltäglichen Begegnung auf seiner Speicherkarte verewigt haben. Vorbei am Seedamm bei Rapperswil ging es jetzt über Einsiedeln Richtung Schwyz. Alle Naturfotografen waren mit ISO, Blende und Verschlusszeit beschäftigt, um die untergehende Sonne möglichst kreativ abzulichten. Leider hielt der Föhn nicht solange an wie erwartet. Es bildeten sich in der Innerschweiz Wolken und deckten den blauen Himmel ab. Dies konnte allerdings die Stimmung an Bord nicht trüben. Nach dem Überflug der beiden Mythen und dem Überqueren des Moutathals drehten wir nach Osten. Kurze Zeit später bewunderten wir den Hüfigletscher und liessen den Clariden und den Glärnisch an uns vorbeiziehen. Der von uns gebuchte einstündige Rundflug neigte sich langsam dem Ende zu und unsere beiden Piloten kündigten an, dass wir uns nun Richtung Westen auf den Heimweg begeben. Kurz vor dem Eindunkeln kam dann auch schon die Landepiste in Dübendorf ins Blickfeld. So sanft wie wir abgehoben hatten, landeten unsere Piloten nun die Tante am Ausgangspunkt unseres Rundfluges.

Für die Organisation dieses Events, liebe Susi, danken wir dir ganz herzlich. Wir werden diesen Abend in bester Erinnerung behalten!

André Zimmermann  

Bilder