Vogelfotografie am Neuenburgersee

 

Bild: Demian Knobel
Bericht

Workshop Vogelfotografie am Neuenburgersee
23. bis 24. April 2016 mit Hansruedi Weyrich

Glaubt man den Wetterprognosen im Vorfeld, so brauchen wir neben der Fotoausrüstung an diesem Wochenende vorallem auch den Regenschutz. So treffen wir uns am Samstag gut gegen Nässe und Kälte eingepackt im Pro Natura Zentrum Champ-Pittet. Nach einer kurzen Begrüssungs- und Vorstellungsrunde machen wir uns schwer bepackt auf den Weg in den ersten Hide. Wir dürfen dieses Wochenende diverse Superteles von Nikon und Canon testen. Was für eine tolle Gelegenheit – da nehmen wir das Zusatzgewicht natürlich gerne in Kauf!

Während wir uns im Hide einrichten, giesst es draussen wie aus Kübeln. Den Tieren ist das zum Glück egal – wir machen uns mit (Leih-)Material und Umgebung vertraut und können bald schon Hauben- und Zergtaucher, Kolben- und Löffelenten, Reiher oder Schwäne fotografieren. So vergeht die Zeit wie im Flug und ich hätte fast nicht gemerkt, dass es bereits Zeit fürs Mittagessen ist. Das zu verpassen, wäre wahrlich schade gewesen, denn im Restaurant von Champ Pittet serviert man uns ein sehr leckeres Menu.

Während wir uns drinnen stärken, hat es draussen aufgehört zu regnen. So machen wir uns nach der Mittagspause direkt auf zu der Plattform bei der Haubentaucherkolonie. Ein wunderbarer Platz, wo man die schönen Wasservögel aus der Nähe beobachten und fotografieren kann. Da sich die Plattform fast auf Wasserhöhe befindet, lassen sich hier Bilder aus tollen Perspektiven machen. So scheuen sich einige von uns auch nicht, sich gleich auf den nassen Boden zu legen und auf den richtigen Moment zu warten.

Als es langsam wieder zu nieseln beginnt, verschiebt sich der Grossteil unserer Gruppe wieder in den trockenen Hide, wo am späteren Nachmittag noch ein besonderes Highlight wartet: ein patschnasser Fuchs tritt plötzlich aus dem Schilf und beäugt uns einige Minuten lang. Man hätte fast meinen können, er wäre etwas neidisch auf uns und möchte auch in den regendichten Hide.

Gegen Abend machen wir uns dann auf den Weg Richtung La Sauge, wo wir als erste Gäste in der neu renovierten Auberge nächtigen dürfen. Beim Abendessen lassen wir den ereignisreichen Tag nochmals Revue passieren. Allzulange fachsimpeln wir dann nicht mehr, da wir morgen ja schon früh wieder aus den Federn wollen!

Eine kurze Sonnenaufgangs-Wanderung auf dem Damm zum Neuenburgersee markiert den Start in den zweiten Tag. Leider will das Wetter aber auch heute nicht so recht mitmachen und die Sonne kann sich nicht gegen die Wolkendecke durchsetzten. Die Stimmung ist trotzdem wunderschön und wir können mit Geduld versuchen, im spärlichen Morgenlicht die Seeschwalben im Flug zu fotografieren.

Zurück bei der Auberge, wartet ein reichhaltiges Frühstück auf uns. Wir wiederum warten kurz darauf am Eingang des BirdLife-Zentrums auf Einlass und visiern gleich einen der beiden Hides beim Eisvogelteich an. Und wir haben Glück: bald schon lässt sich der farbenprächtige Vogel blicken. Sowohl ein Männchen (schwarzer Schnabel) wie auch ein Weibchen (roter Schnabel) fliegen ihre Runden, landen ab und zu fotogen auf einem Ast oder verspeisen sogar – für ihre Verhältnisse – riesige Fische. Dazwischen können wir uns die Zeit immer wieder damit vertreiben, einen der zahlreichen quakenden Frösche versuchen zu entdecken oder andere Vögel wie Blässhühner oder Bachstelzen zu fotografieren.

Mit vollen Speicherkarten und tollen Erinnerungen verabschieden wir uns um die Mittagszeit voneinander und treffen uns ein paar Tage später im Zentrum für Bildung zB in Baden wieder. Hier folgt im Theorieraum der letzte Teil des Workshops: die Bildbesprechung. Wir bekommen einerseits spannende Einblicke in die fotografische Ausbeute aller Teilnehmer und andererseits sehr wertvolle Tipps zur Bildbearbeitung. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen für den regen Gedankenaustausch und die tolle Zeit am Neuenburgersee bedanken. Und natürlich ein besonders grosses Merci an unseren Workshop-Leiter Hansruedi Weyrich für die perfekte Organisation und die vielen wertvollen Inputs – es war super!

Bilder