Vogelstimmen an Reuss und Flachsee

 

Bericht

Bei wunderbarem Wetter trafen wir uns um 5:30 Uhr. Einige die schon zeitig kurz nach 5 Uhr am Treffpunkt waren, konnten das tolle, morgendliche Vogelkonzert geniessen. Auch wenn welche aus Thun, Bern, Emmental und Deutschland angereist waren, konnten wir pünktlich starten und wie vorhergesagt weckte Thomas Burkhard schnell unsere Geister. Schon das Morgenlicht bot uns einen eindrücklichen Moment. Auch in das Phänomen des Bodennebels hier im Reusstal, der je nach Jahreszeit unterschiedlich ist, bringt uns Thomas Licht. Wir nehmen einen Augenschein von dieser mystischen Stimmung und gehen dann links auf dem Damm weiter.

Tief beeindruckt von diesen Stimmungen geht die Gruppe Thomas nach. Am Ende der Gruppe konnten wir ein Reh beobachten, das in die Reuss ging und diese überquerte. Leider reichte der Augenblick nicht mehr für ein Foto. Kurz darauf durchquerten wir einen kleinen Auenwald, in dem auch der Pirol zu hören war. Er versteckt sich immer gut getarnt in der Baumkrone, berichtete Thomas. Gehört wurde er schon von Roland, unserem Präsidenten, am Parkplatz. Wir waren natürlich alle neugierig auf den schillernden, gelben Vogel. Doch auch andere Vögel weckten unser Gehör und wir nahmen immer wieder ein Ohr voll, vor allem wenn ein Gesang sich besonders hervorhob. Nach dem Auenwald trafen wir auf ein Feld mit der wunderbaren Iris Sibirica und dieser mystischen Stimmung. Die Kameras kamen nun das erste Mal so richtig zum Einsatz. Doch der nächste grössere Hotspot liess nicht lange auf sich warten. Die Neuntöter waren in einer speziellen, abgerupften Hecke und hüteten ihr Nest. Es waren 2 Männchen da, die sich immer wieder jagten. Nachdem wir Drosselrohrsänger, Zilpzalp, Mönchsgrasmücke, Gelbspötter, Kiebitz, Drossel, und Deichrohrsänger (ich kann gar nicht mehr alle aufzählen) wahrgenommen hatten, gingen wir weiter zum natürlichen See, der keinen sichtbaren Zu,- oder Abfluss hat. Ein seltenes Phänomen, das hier aber sehr gut funktioniert. Wir beobachteten Blesshühner mit ihren Jungen und gleich darauf wurden wir Augenzeuge, wir eine Mittelmeermöwe sich ein junges Blesshuhnküken holte. Wir hofften vergeblich, dass dies der Mittelmeermöwe nicht gelingen möge. Doch nach einem wiederholten Angriff war es um das Junge geschehen. Weiter am Weg war die Rohrammer zu hören. Sie halte sich im Schilfröhricht auf, berichtete uns Thomas. Auch die Rohrdommel (ein gedrungener Reiher) war deutlich zu hören. Sie sei vor allem dämmerungs-und nachtaktiv und einzelgängerisch, so Thomas. Die Schwäne am Ende des Sees hüteten ihre Jungen. Links am Weg beim See hatten die Störche ihre Nester auf mehreren Masten der Stromleitungen gebaut. Wir warteten noch ein wenig, dass sich der Baumfalke zeigen könnte, den Thomas einen Tag zuvor gesichtet hatte. Doch dem war nicht so und wir gingen weiter zum Zieglerhaus, wo uns Thomas die Aussenanlage und Tätigkeit zur Umweltbildung der Stiftung Reusstal aufzeigte. Um 9:30 Uhr trafen wir wieder am Parkplatz, wo wir gestartet waren, ein. Die Zeit war wie im Flug vorübergegangen, da es vieles zu beobachten gab und spannende Aufnahmen gemacht wurden. Bei einigen Teilnehmern stellte sich nun der Hunger ein und auch der eine oder andere suchte das WC auf. Nach dieser kurzen Pause gingen wir weiter auf die andere Seite der Strasse zum Flaachsee. Thomas fand es so anregend, dass er uns weiterhin begleitete und auch weitere Informationen zum Gebiet, zu weiteren Hotspots und zur Entstehung gab.

Die Neugierde auf die Beobachtungshütte Hide drängte sich immer mehr in den Vordergrund. Die angekündigte Wärme des Tages war nun auch hier angekommen. Im Hide ging, je nach Standort in der Hütte, ein leichtes Lüftchen. Das war auch gut so, denn die Hütte war von uns vollständig eingenommen. Es ratterte von manchen Kameras teilweise wie aus einer Schiessanlage und auch der Eisvogel wurde ins Visier genommen und abgelichtet. An den Seitenluken waren wunderbare Prachtlibellen zu fotografieren. Den Graureiher konnte ich zur Abwechslung mit dem 105 mm Makro (Festbrennweite) fotografieren, da er so nah war.

Silberreiher und Seidenreiher liefen parallel dazu und zeigten mir nun auch mal den Grössenunterschied zueinander auf. Dazu flog ein Graureiher und das Trio war perfekt. Kurz vor Ende ging ein Teil der Gruppe zu einem weiteren Hotspot, der nah bei der Beobachtungshütte lag. Die Zeit verging auch hier wie im Flug und als ich wieder eingepackt hatte, entdeckten andere Teilnehmer unserer Gruppe einen Kampfläufer im seltenen Prachtkleid, einen Flussuferläufer und einen Stelzenläufer. Thomas hatte von einem Kollegen schon die Nachricht erhalten, dass eine weitere Gattung von diesen Limikolen da sei und war gespannt, ob er diese entdecken würde. Es war klar, dass nun die grossen Teleobjektive wieder voll zum Zuge kamen und das Ende des Events eigentlich jetzt nicht sein sollte. Doch der Treffpunkt war auf 12 Uhr im Restaurant Hecht vereinbart. Während die einen weitere Fotos schossen, war ich auf dem Weg zum Restaurant, wo auch andere bereits eingetroffen waren. Wir genossen im Restaurant ein sehr feines Essen und einen sehr guten Service. Dies rundete diesen perfekten Tag ab. Die durchwegs positiven Rückmeldungen und Gesichter bestätigten meinen Eindruck das dies ein sehr gelungener Anlass und Tag war.

Bilder