Frühlingserwachen in der Walliser Felsensteppe

27. - 29. März

Bericht

FRÜHLINGSERWACHEN IN DER WALLISER FELSENSTEPPE, 27. - 29. März 2015 

Samstag, 28. März 2015 

Wie beliebt Fredu Hirsig`s Walliser Felsensteppe als Frühlings-Highlight ist, zeigt allein schon die Tatsache, dass der Event in jeweils weniger als 24 Stunden restlos ausgebucht ist und dieses Jahr erstmals doppelt angeboten wird! Und die 12 Teilnehmer der ersten Abteilung mussten ihren Entschluss teilzunehmen auch nicht bedauern. Wettermässig waren beide Tage begünstigt; wenn’s überall auf der Alpennordseite regnet, bleibt der Himmel im Wallis trocken! Zeitweise war der Himmel mit einem dünnen Wolkenschleier bedeckt, Licht-bedingungen, die für Nahaufnahmen geradezu ideal sind. 

Unser Exkursionsgebiet liegt in einem der wichtigsten Trockengebiete der Schweiz. Es ist geprägt von lückigem Flaumeichenwald mit vielen offenen Weideflächen. Sie sind der Standort für Berg-Küchenschelle, Adonisröschen und Lichtblume. Mit etwas Glück und Geduld lässt sich auch die Smaragdeidechse beim Sonnenbad bewundern, besonders auffallend die Männchen im Frühling mit der blauen Kehle. Noch spärlich liessen sich Kleine Orchis finden. Im Halbschatten gedeiht Festknolliger Lerchensporn mit den filigranen Blüten als Walliser Spezialität. Schwarzdorn und Kornellkirsche setzen hübsche, bunte Farbtupfer in den kahlen Wald, wo das Dunkelgrau noch Regie führt. Trauben- und massenhaft Bisamhyazinthe bevorzugen Rebberg-Standorte. 

Naturfotografen sind häufig Einzelkämpfer. Für jeden waren Motive in Hülle und Fülle vorhanden und jeder und jede konnte das finden, was seinen Vorlieben und Wünschen entsprach und so wurde niemandem die Zeit lang. 

Das Hotel de Fully bildete mit seinen ruhigen Zimmern, dem aufmerksamen Service und der hervorragenden Küche beste Voraussetzungen, sich nach den Anstrengungen des Tages zu erholen und neue Kräfte zu tanken. 

Zum guten Gelingen hat neben dem idealen Wetter vor allem Fredu`s umsichtige Leitung und hervorragende Organisation, sowie seine Hilfsbereitschaft in fotografischen Belangen einen wesentlichen Beitrag geleistet. Er verdient dafür einen ganz grossen Dank! 

Paul A. Hui 

 

Sonntag, 29. März 2015 

Obwohl wir in der Nacht die Uhren um eine Stunde nach vorne stellen mussten, war das Frühstück zur gleichen Zeit wie am Samstag angesagt. Da half nur tiefer schlafen, um wieder frisch zu sein für die Besonderheiten, die uns am Sonntag erwarten sollten. Zwar war es frühmorgens noch fast wolkenlos klar, aber es würde sich bald zeigen, dass sich das zeitige Aufstehen gelohnt hat. Denn kaum waren wir dem Wanderweg folgend in unser sonntägliches Exkursionsgebiet aufgestiegen (ob ein Weg flach oder bergauf geht, wird von verschiedenen Leuten sehr unterschiedlich beurteilt), hatte sich der Himmel zugezogen und ein kalter Wind pfiff, als wir vor den für heute als Besonderheit angekündigten Frühlings-Adonisröschen standen. Die einen stiegen über steile Grashänge zu den weiter unten blühenden Pflanzen ab, die anderen widmeten sich den gelben Blüten am Wegrand. Neben Adonisröschen gab es aber auch Leberblümchen von weiss bis blau und lila und auch wieder jede Menge Küchenschellen. 

Glücklicherweise riss der Himmel nochmals auf, die Sonne kam wieder hervor und so öffneten sich auch die grossen violetten Blüten wieder. Richtig warm wurde es gar an windgeschützten Stellen. Ob sich auch die Eidechsen noch auf den warmen Felsen bei den Rebbergen gesonnt haben? Ich weiss es nicht und bin gespannt auf die Bilder der anderen Teilnehmer, die etwas früher wieder abgestiegen sind. Ob sie noch Smaragdeidechsen fotografieren konnten? 

Zusammen mit Sandra und Roland habe ich mich noch lange den Küchenschellen gewidmet und als sich auch noch Marienkäfer dazu gesellten, konnte uns erst der am frühen Nachmittag endgültig einsetzende Regen vertreiben. 

Ein grosses Dankeschön geht an Fredu für die Auswahl der Exkursionsgebiete und die tolle Organisation des Anlasses. Kein Wunder, dass ein solcher Event grossen Anklang findet und gleich nochmals durchgeführt wird, wobei sich die Frühlingsflora und -Fauna innert zweier Wochen doch etwas verändern wird. Ich wäre auf alle Fälle gerne nochmals dabei. 

Anna-Barbara Utelli

Bildeindrücke